Niemand lebt für sich allein: Bildungskonferenz der AWO zu sozialer Gerechtigkeit

23.11.2019

von links: Swenja Reil, Sarah Mack, Ute Wimmer-Strunck, sowie die Moderatorin

Die AWO macht sich und andere stark, um geänderte Lebensbedingungen zu meistern. So hörten die 100 Teilnehmer*innen der 2. Bildungskonferenz Nordstadt, organisiert von der verbandseigenen Integrationsagentur, im Dietrich-Keuning-Haus Vorträge und Meinung unter der Überschrift „Migration, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit“. Nach der Begrüßung durch die Dortmunder AWO-Vorsitzenden Gerda Kieninger und den Fachbereichsleiter Migration des AWO Bezirks Westliches Westfalen, von Philipp Euler, ging es gleich zur Sache.

Serge Palasie, der für den Verein Eine Welt Netz NRW arbeitet, erläuterte, was der Lebensstil auf der nördlichen Erdhalbkugel mit Flucht und Armutsmigration zu tun hat. Der Klimawandel, bedingt durch die Abgase des immens hohen Energieverbrauchs, bedeute für die Menschen der südlichen Erdhalbkugel steigende Meeresspiegel, Wüstenbildung, Überschwemmungen und in deren Folge schlechte Ernten und Hunger. Dann beginne der Verteilungskampf. Um im eigenen Land zu überleben, leisteten Menschen Sklavenarbeit. So würde Koltan für Handys und Laptops im Kongo unter unsäglichen Arbeitsbedingungen abgebaut. „Wären die Arbeitsbedingungen dort gut, wären Handys bei uns fünfmal so teuer wie jetzt.“

Das Projekt „Nordstadt natürlich“ stellte Didi Stahlschmidt vom Quartiersmanagement Nordstadt vor. Viele Leute in der Nordstadt hätten „andere Probleme als die Baumscheibe vor der Haustür“ zu bepflanzen, dennoch funktionierten „Grün und Nachhaltigkeit immer, unabhängig vom Alter, Geschlecht und Herkunft“. Zum Auftaktworks seien 100 Leute gekommen, in 24 Arbeitsgruppen habe man diskutiert über Grün auf Dächer und Fassaden, Hofgestaltungen, Bienen und Verkehr. Aber das wichtigste Thema sei die Müllvermeidung. „Da müssen wir im Kleinen arbeiten. Und wenn wir es schaffen, dass die Zigarettenkippe nicht einfach weggeschnippt wird.“

In der anschließend Talkrunde, die Svenja Noltemeyer von den Urbanisten sehr professionell moderierte, erzählte Ute Wimmer-Strunck von der AWO-Waldkita in Huckarde vom frischen Mittagessen, das täglich gekocht werde, zum Teil aus selbstgemachten Lebensmitteln wie Nudeln, aus selbst angebauten Gemüsen, aus selbst geschlagener Butter. Swenja Reil vom Unverpacktladen Frau Lose im Unionviertel will nicht nur verkaufen, sondern ihre Geschäft auch als Treffpunkt verstehen, als Tauschbörse für Lebensmittel und Gedanken. Sie ist ein Food Sharing-Standort und nimmt gerne Tipps entgegen.

Sarah Mack, Vertreterin von Fridays for Future Dortmund, meinte, persönliches Handeln sei gut und schön, aber die Politik müsse die Gesetze machen. Zudem gehörten die Themen soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit fächerübergreifend in den Stundenplan. Auf diesem Gebiet ist Mondo Mio, das Kindermuseum im Westfalenpark, schon lange aktiv. Monika Lahme-Schlenger erzählte, dass Kindergruppen und Schulklassen ihrem Alter angemessen dort mit den Themen vertraut gemacht würden.

Bevor es dann in die Workshops ging – hier lernten die Konferenzteilnehmer*innen, wie man aus Pflanzen Farbe herstellt und wie aus Wertstoffen neue Produkte entstehen können -, informierten sie sich an den Ständen von Frau Lose und der EDG über Tauschbörsen, am Stand von Fabido über Umweltverhalten in der Kita Bornstraße und sahen am Stand der WAD, welche Strahlkraft Pflanzenfarben haben können.

Weitere Nachrichten

Meldung vom 28.05.2020
Lesestoff und Kochrezepte, Rätsel und Sportangebote, Bastelanleitungen samt Material und Spielideen samt Zubehör – und das alles frei Haus – die Stammgäste der AWO-Jugendfreizeitstätten (JFS) mussten auch im April und Mai nicht aus Langeweile Löcher in die Decke starren.weiterlesen
Meldung vom 27.05.2020
Gemeinsame Freude bei der AWO-Vorsitzenden Anja Butschkau (rechts) und Katrin Lauterborn, Geschäftsführerin „Gast-Haus statt Bank“ über rund 500 Stoffmasken für Menschen ohne Obdach: Für Freude und Unterhaltung mit einem AWO-Konzert vor dem Minna-Sattler-Seniorenzentrum hatte Patrick Arens vom Schaustellerverein Rote Erde e. V. durch den guten Kontakt zu Anja Butschkau schon vor Tagen gesorgt – aber nicht nur das: Er überreichte der AWO-Vorsitzenden am Rande des Termins eine Geldspende. weiterlesen
Meldung vom 26.05.2020
Am heutigen 26. Mai findet bundesweit der 8. Diversity-Tag statt - in diesem Jahr ausschließlich mit Online-Aktionen. "Diversity" oder im deutschsprachigen Raum "Diversität" ist ein Konzept, welches für die Unterscheidung und Anerkennung von Gruppen- und individuellen Merkmalen steht. "Vielfalt" wird häufig anstelle von "diversity" benutzt. Seit 2006 sind die Aspekte der Vielfalt im allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz in der deutschen Gesetzgebung berücksichtigt. Dadurch sollen Personen vor Diskriminierung geschützt werden. (Quelle Wikipedia)weiterlesen
Meldung vom 25.05.2020
AWO fordert Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche / Aktionswoche beginnt am 25. Mai Einkommensverluste, Arbeitslosigkeit, fehlende Verpflegung in Schulen und Kitas belasten armutsgefährdete Familien enorm. Es sei zu befürchten, dass die Pandemie die Wirtschaft und damit die Familien in die Schulden treibt, so Xenja Winziger, Fachberaterin für Schuldnerberatungsstellen beim AWO Bezirksverband Westliches Westfalen. Wenn plötzlich durch Kurzarbeit bis zu 33 Prozent des Einkommens fehlen, geraten viele Familien schnell unter Druck.weiterlesen
Meldung vom 16.05.2020
Selbstgebastelte Kindergrüße, Briefe und Postkarten erreichen die 120 Bewohner*innen der AWO-Seniorenwohnstätte Eving. Die Belegschaft der AWO Dortmund tut sehr viel, um den Frauen und Männern, die keinen und jetzt nur wenig Besuch empfangen und auch selbst das Haus nicht verlassen dürfen, den Alltag so angenehm wie möglich zu machen. „Sehr, sehr viel Post haben wir auf unseren Aufruf mit dem Stichwort ,Kindergrüße‘ bekommen“, sagt Sozialarbeiter Marius Westhues.weiterlesen
Meldung vom 15.05.2020
Berlin, den 15.05.2020. Viele Familien erleben durch die Pandemie große Belastungen. Zum Internationalen Tag der Familie betont die Arbeiterwohlfahrt, dass viele davon nicht neu seien – sondern die Krise nur das Brennglas auf bestehende Probleme hält. Familien müssten endlich besser unterstützt werden, fordert der Verband.weiterlesen
Meldung vom 14.05.2020
Berlin. Zum diesjährigen Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17.05., kurz IDAHOT, werden die meisten geplanten Aktionen auf Grund der aktuellen Vorsichtsmaßnahmen nicht oder nur eingeschränkt stattfinden können. Umso wichtiger ist es daher aus Sicht der Arbeiterwohlfahrt, an diesem Tag Solidarität mit allen Opfern von Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie zu zeigen.weiterlesen
Meldung vom 13.05.2020
AWO Bundesverband begrüßt Gesetz zum Schutz von Minderjährigen vor Konversionsbehandlungen Berlin. Das jetzt verabschiedete Verbot so genannter Konversionstherapien war überfällig. weiterlesen
Meldung vom 12.05.2020
Gemeinnützige Träger wie die AWO können das ausstehende Drittel der Pflege-Prämie nicht zahlenweiterlesen
Meldung vom 11.05.2020
Frieden ist ein humanitärer Wert –ohne Frieden ist alles nichts. Es ist also gut, wenn in diesen Tagen mit Rückblenden auf die Zeit des Zweiten Weltkrieges und seine Folgen für die Menschen, die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und das soziale Leben in Deutschland und Europa aufmerksam gemacht wird. Genauso wichtig ist der Hinweis auf die Ursachen und die Urheber dieses Dramas, auf die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten, auf Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Gerade in Zeiten eines sich ausbreitenden Rechtsradikalismus muss dieser Zusammenhang verdeutlicht werden.weiterlesen