AWO stellt Weichen für die kommenden vier Jahre

28.09.2020

Bezirkskonferenz in Kamen: Delegierte stimmen über Zukunft des Bezirksverbandes ab

Kamen. Unter dem Motto „Kein Millimeter nach rechts“ hat der Bezirksverband Westliches Westfalen der Arbeiterwohlfahrt am vergangenen Samstag, den 26.09., seine Bezirkskonferenz abgehalten. In der Stadthalle Kamen versammelten sich 109 Delegierte, um die politischen und personellen Weichen des Bezirksverbandes für die kommenden vier Jahre neu zu stellen. Sie bestätigten den Vorsitzenden Michael Scheffler (Kreisverband Märkischer Kreis) im Amt. Zu seinen Stellvertretern wurden Christian Bugzel, Vorsitzender des Unterbezirks Münsterland-Recklinghausen und Anja Butschkau MdL, Vorsitzende des Unterbezirks Dortmund, gewählt. Aus dem Unterbezirk Dortmund wurde außerdem Ulrike Matzanke in den neuen Vorstand gewählt.

Bedingt durch die Corona-Pandemie waren Hygiene- und Abstandsregeln erforderlich. Auch die Zahl der Delegierten wurde präventiv von 299 auf 109 herunterkorrigiert, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

In seiner Rede betonte der alte und neue Vorsitzende Michael Scheffler noch einmal die Solidarität, die den Verband während der andauernden Krise erreichte: „Als die Seniorenzentren geschlossen wurden, hat es viel Unterstützung von außen gegeben: Ehrenamtliche haben tausende Schutzmasken genäht – eine Initiative an der sich alle Kreisverbände und viele Ortsvereine beteiligt haben.“. Mit Blick auf die Ergebnisse der Kommunalwahlen und dem Motto „Kein Millimeter nach rechts“ betonte Scheffler auch das schlechte Abschneiden von Rechtspopulisten und rechtsradikalen Splitterparteien bei der Kommunalwahl. Mit Hinblick auf das Verbot von Reichskriegsflaggen im Land Bremen forderte Scheffler ein solches Verbot auch von Innenminister Reul in Nordrhein-Westfalen.

Zu Gast waren Elke Kappen, Bürgermeisterin der Stadt Kamen, Wolfgang Stadler, Vorsitzender des AWO Bundesverbands und Michael Groß, Mitglied des Bundestags und Vorsitzender der AWO Parlamentariergruppe. Nach den Grußworten stimmten die Delegierten über die Anträge ab und legten damit die politischen Positionen des Bezirksverbandes fest.

Alleinerziehende und den offenen Ganztag stärken

Von der Landesregierung in NRW forderten die Delegierten, mehr auf die Belange von Alleinerziehenden einzugehen. So sollen unter anderem der Abbau von Bürokratie bei der Beantragung von familienbezogenen Unterstützungsleistungen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Alleinerziehende verbessert werden. Zu einer wesentlichen Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt trägt bei Alleinerziehenden auch die Offene Ganztags Schule bei. Gerade für Grundschulen fordert der Bezirksverband eine bessere Ausstattung und finanzielle Aufstockung, um die OGS mit mehr Plätzen und in gleichbleibender Qualität ausbauen zu können.

Gute Pflege als Hauptaugenmerk

Während der Hochphase der Corona-Krise ist zum wiederholten Mal klar geworden, wie essenziell die Arbeit des Pflegepersonals ist. Die AWO in NRW zahlt ihren Beschäftigten schon lange ein Gehalt nach Tarif. Die Forderungen nach einer flächendeckenden tariflichen Zahlung, besseren

Arbeitszeiten und einer Attraktivitätssteigerung des Berufs durch die Politik bekräftigten die Delegierten auf der Konferenz.

Kinder- und Jugendschutz wird konkret

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat bei der AWO im westlichen Westfalen oberste Priorität. Als Träger von Kitas, OGS, Jugendtreffpunkten und vielen weiteren Einrichtungen ist die Einführung eines Kinderschutzkonzeptes essenziell. Ein solches Konzept wurde in den vergangenen Jahren erarbeitet und soll nun auch verpflichtend in den einzelnen Einrichtungen umgesetzt werden. Zusätzlich forderten die Delegierten, die Jugendämter weiter und besser zu unterstützen, auch finanziell.

Kindergrundsicherung einführen

Die Delegierten schlossen sich den Forderungen des Bündnisses Kindergrundsicherung an und unterstützen das Anliegen nach einer einkommensabhängigen Grundsicherung für Kinder. Damit soll dem Trend steigender Kinderarmut in NRW einhaltgeboten werden. „Die AWO spricht sich für eine Kindergrundsicherung aus, die transparent, zielgerichtet und möglichst aus einer Hand ohne Anrechnung auf den Leistungsbezug den Familien zu Gute kommt.“, heißt es im Antrag.

Gründung einer Landesarmutskonferenz in NRW

Gemeinsam mit den AWO Bezirksverbänden Niederrhein, Mittelrhein und Ostwestfalen-Lippe will sich der Bezirksverband Westliches Westfalen in der LAG AWO NRW für die Schaffung einer Landesarmutskonferenz in NRW einsetzten. Grund dafür ist vor allem das immer noch hohe Armutsrisiko in Nordrhein-Westfalen.

Geschlechtergerechtigkeit und Vielfaltsbewusstsein leben

In der Gesellschaft tritt die AWO gegen viele Formen der Ungleichbehandlung ein. Diesen Anspruch will der Verband vorleben und somit ein geschlechtersensibles und diskriminierungsfreies Umfeld, auch im Betrieb, schaffen. Dies solle durch die Schaffung einer sensibleren Unternehmens- und Führungskultur sowie einer transparenten Kommunikation realisiert werden, forderten die Delegierten.

 

(Quelle: Bezirksverband Westliches Westfalen)

Weitere Nachrichten

Meldung vom 24.10.2020
Wir laden euch ganz herzlich zum digitalen WORKSHOP LSBTIQ* am 05. November 2020 ein! Vor ein paar Wochen haben wir gemeinsam mit einer Reihe an Kooperationspartner*innen Streifen in Regenbogenfarben (im Stile eines Zebrastreifens) auf den Boden im Westpark gemalt. Mit dieser Kunstaktion haben wir ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und die Gleichstellung aller Menschen – unabhängig von geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung - gesetzt.weiterlesen
Meldung vom 23.10.2020
Berlin, den 23.10.2020. Alle Zahlen zeigen: Partnerschaftsgewalt findet verstärkt in der Coronakrise statt. Die Beratungsanfragen beim bundesweiten Hilfetelefon liegen 20 Prozent über den Zahlen des Vorjahres. Die Berliner Gewaltschutzambulanz der Charité behandelte bereits im Juni 2020 30 Prozent mehr und schwerere Fälle als im Jahr zuvor. Für Frauen und ihre mitbetroffenen Kinder ist es umso wichtiger zu wissen, dass Beratung, Schutz und Hilfe jederzeit garantiert werden.  weiterlesen
Meldung vom 20.10.2020
Langsam geht es auf die Zielgerade: Auch diese Woche gibt es wieder die Antwort auf die letzte und eine neue Frage. Lasst die Antwort auf euch wirken. Findet ihr sie erfreulich? Alarmierend? Irritierend? Unsere Einschätzung servieren wir euch bewusst nicht dazu. Eure Meinung bleibt euch selbst überlassen.weiterlesen
Meldung vom 20.10.2020
Seniorinnen und Senioren freuen sich über Gospel-Konzert Eving. So ein Konzert gab es in der Seniorenwohnstätte der Arbeiterwohlfahrt am Süggelweg noch nie, daher war es auch irgendwie als Experiment zu sehen. Umso schöner, dass die Reaktionen der Bewohnerinnen und Bewohner absolut positiv ausfielen. Gospel ist normalerweise nicht die übliche Musik dieser Generationen - meist wird im Haus sonst zu deutschen Schlagern der 50er, 60er sowie 70er Jahre getanzt und gefeiert.weiterlesen
Meldung vom 17.10.2020
Forschungsinstitut veröffentlicht Streitschrift zu sozialen Folgen von Corona für arme Kinder und Jugendlicheweiterlesen
Meldung vom 16.10.2020
Hier geht´s zum Djelem Djelem Podcast 4 bei Soundcloud (externe Seite): https://soundcloud.com/user-941533536/djelem-djelem-podcast-4odcast weiterlesen
Meldung vom 16.10.2020
Steinplatz (Foto: Alex Völkel) Zu einer stadtgeschichtlichen Führung vom Burgtor bis zum Steinplatz lädt für Sonntag, 25. Oktober, der AWO-Ortsverein Nordstadt mit dem Historischen Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark ein. Klaus Winter, der seit Jahren in Sachen Nordstadt-Geschichten forscht, erzählt sehr unterhaltsam die Entwicklung des Viertels nach dem Bau des Bahnhofs.weiterlesen
Meldung vom 16.10.2020
Linktipp: WDR 5 Scala vom 14.10.2020 Der WDR 5 berichtet zum ROMA-Kulturfestival in Dortmund: Mit Kunst und Kultur gegen Vorurteile und die Diskriminierung der Roma. (Elisabeth Luft über "Djelem Djelem"; externe Seite) Im Folgenden der Link zum Hineinhören:weiterlesen
Meldung vom 16.10.2020
Die Arbeiterwohlfahrt Dortmund möchte auf eine interessante Film-Reihe im „Kino im U“, die im Rahmen des Dortmunder Roma-Kulturfestivals Djelem Djelem stattfindet, aufmerksam machen. SO DIKHEA? Ist ein fortlaufendes Community-Format des Roma-Filmfestivals AKE DIKHEA?, das seit 2017 alljährlich in Berlin stattfindet. Kuratiert durch den Festivalleiter Hamze Bytyçi bringt SO DIKHEA?, übersetzt „Was guckst du?“, eine handverlesene Auswahl von Filmen von und mit Rom*nja auch nach Dortmund. Hier die Postkarten der Stadt Dortmund zum Filmfestival:weiterlesen
Meldung vom 16.10.2020
Wie in den Medien zu verfolgen ist, sind auch in Dortmund die Zahlen von Corona-Infizierten gestiegen. Im Zuge dessen hat die Stadt Dortmund über ihre Dortmunder Bekanntmachungen die Bürgerinnen und Bürger informiert, dass ab heute neue Maßnahmen ergriffen werden, um die Anzahl der Infektionen einzudämmen. Dies betrifft auch die AWO Begegnungsstätten. Laut Auskunft des Gesundheitsamtes am heutigen Tag ist eine Mund-Nase-Bedeckung ab sofort in den Begegnungsstätten nicht nur beim Stehen und Gehen in den Räumlichkeiten, sondern auch am Sitzplatz zu tragen.weiterlesen