Stets im Einsatz: die Ehrenamtlichen in den AWO - Ortsvereinen

30.03.2021

Trotz Kontaktbeschränkung und geschlossener Begegnungsstätten – in der AWO gibt es immer Hilfe

Ja, die Begegnungsstätten sind geschlossen; ja, auf ein abwechslungsreiches Programm müssen die Gäste verzichten; aber: nein, vergessen sind die regelmäßigen Besucher*innen und alle AWO-Mitglieder nicht. Die Vorstände der Ortsvereine und die Begegnungsstättenleitungen sind für alle immer da.

Sie rufen an, sie organisieren Einkaufshilfen, sie schreiben Geburtstagsbriefe, machen selbst Geburtstagsbesuche, backen Plätzchen und verteilen diese. Sie haben stets ein offenes Ohr, wenn ihr Beistand gewünscht ist. Und das sind nur die Aktivitäten, die für andere spürbar sind. Was kaum jemand erfährt: Mindestens einmal in der Woche machen sich die Ehrenamtlichen zwischen Bittermark und Eving, zwischen Husen und Westerfilde auf den Weg, um in den Begegnungsstätten nach dem Rechten zu sehen, zu prüfen, ob Heizung und Wasserversorgung noch funktionieren, um Blumen zu gießen und nach der Post zu gucken.

Neben all diesen Aufgaben hat es Anna Maria Ajdiri in Lanstrop übernommen, für Gäste der Begegnungsstätte regelmäßig einzukaufen und auch kleine Hausarbeiten zu übernehmen. „Ich mache das gerne. Wenn jemand Hilfe braucht, kann ich den nicht alleine lassen.“ Sie selbst war erst Gast bei den Veranstaltungen des Ortsvereins Lanstrop, seit vielen Monaten führt sie die Kasse und leitet die Begegnungsstätte an der Büttnerstraße 11. Und das mit Leidenschaft. Als im Spätsommer des letzten Jahres gerade der Betrieb wieder losgehen durfte, zusätzlich ins bestehende Programm die Sitzgymnastik aufgenommen werden sollte, mussten die Begegnungsstätten schon wieder schließen.

Anna Maria Ajdiri
(Foto: Susanne Schulte)

Aktiv für Nachbarschaft und Mitglieder

Anna Maria Ajdiri nutzte die wenige freie Zeit, um das, was sie sowieso tat, mit einem Kurs zu untermauern: Sie absolvierte – online – die Ausbildung zur Nachbarschaftshelferin über ihre Krankenkasse. Und ist sie mal nicht für die AWO-Stammgäste, ihre Nachbar*innen oder ihre Familie unterwegs, findet man sie in der Begegnungsstätte. Zusammen mit der Lanstroper Ortsvereinsvorsitzenden Birgit Geldmacher mistete sie Schränke und Räume aus, schrubbte und putzte und brachte das Innere des Hauses auf Vordermann.

Ebenfalls unterwegs war Gisela Nötzel, stellvertretende Vorsitzende im Ortsverein Asseln-Husen-Kurl. Sie überbringt persönlich – wenn es denn gewünscht ist – den Mitgliedern eine Blume anlässlich deren Geburtstage. Wer 65 oder 70, 75 oder 80 Jahre alt wird, darf sich auf ihren Besuch freuen. Und nach dem Besuch zum 80. Geburtstag kommt sie jedes Jahr, aber stets nur nach Voranmeldung und Zustimmung. „Als im vergangenen Frühjahr jedoch auch alle Blumenläden schließen mussten, habe ich die Besuche zwangsweise einstellen müssen“, erzählt sie. Jetzt, den Winter über, blieben die Blumengeschäfte geöffnet und Gisela Nötzel war und ist wieder unterwegs.

Gisela Nötzel (l.), stellvertretende Vorsitzende im
OV Asseln-Husen-Kurl, ist viel unterwegs.
Im Februar gratulierte sie Marianne Hamel
zum 80. Geburtstag
(Foto: Susanne Schulte)

Im Schnitt zweieinhalb Besuche in der Woche

132 Personen stehen für dieses Jahr auf ihrer Liste. Das sind, rund gerechnet, zweieinhalb Besuche in der Woche – wenn denn die Mitglieder diese Besuche wünschen. Marianne Hamel freute sich erst über den Anruf von Gisela Nötzel, dann über ihren Besuch. Auf 80 Lebensjahre blickt Marianne Hamel zurück, ihre sechs Kinder wohnen alle in der Nähe. Wenn das Marie-Juchacz-Haus, die Asselner AWO-Begegnungsstätte geöffnet ist, ist sie jeden Tag dort Besucherin. Und das seit gut 15 Jahren. Sie vermisst die Gespräche und die Gemeinschaft.

So wie Gisela Nötzel haben auch andere Ortsvereine den Geburtstagskalender immer neben dem Telefon liegen. Und, wie in Aplerbeck, erhielten die Mitglieder zum Jahreswechsel einen Brief, oft auch ein kleines Geschenk, selbstgebackene Plätzchen oder Kuchen, Kalender und das Angebot von Hilfe. In vielen Ortsteilen sieht man sich im Supermarkt und an der Post, beim Spazierengehen und beim Bäcker. Kontakt hat man per Telefon, manche haben sich zu WhatsApp-Gruppen zusammengetan. Aber am schönsten ist nun einmal die persönliche Begegnung.

Ortsvereine suchen ehrenamtliche Unterstützung

Sind in den meisten Ortsvereinen die Ehrenamtlichen voller Ungeduld, wann sie sich wieder Gäste einladen dürfen, suchen zwei Ortsvereine für den Betrieb ihrer Begegnungsstätten weitere Ehrenamtliche, da langjährige Aktive nach der langen Pause die Arbeit nicht mehr aufnehmen können. Deshalb die direkte Aufforderung: ’ran ans Ehrenamt! In Brechten und Scharnhorst ist dringend Unterstützung gefragt. Die Hilfe in der Begegnungsstätte ist kein Kinderspiel, genauso wenig aber auch Hexenwerk.

In einem Team mit mehreren Personen wird das Programm vorbereitet, werden die Gäste glücklich gemacht, Feste gefeiert und Bekanntschaften geknüpft. Ehrenamtliche Arbeit macht zufrieden, lässt eine*n gesund bleiben und beweglich – im Kopf und den Beinen. Anrufe von den künftigen Helfer*innen, die ihr Interesse an der Arbeit bekunden, nehmen Cordula von Koenen (0231/9934-310) und Peter Arlt (0231/9934-600) entgegen.

Fotos: Susanne Schulte

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