AWO-Positionen zur Bundestagswahl: Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit

22.09.2021

Klimawandel gestalten - Nachhaltig wirtschaften

Marthe Pflüger, Leiterin des Schultenhofs:

In der Landwirtschaft spüren wir die zunehmenden Extremwetterlagen direkt und unerbittlich. Nicht erst seit den Überschwemmungen der letzten Wochen. Jetzt ist es unser Job, auf den Klimawandel zu reagieren und nicht nur zu reden. Nachhaltig wirtschaften ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Es würde uns alle weniger kosten, jetzt zu handeln, statt auf weitere Folgen des Klimawandels zu warten.

Dazu gehört, dass Landwirte wieder LANDwirte sein können. Unsere Arbeit ist viel mehr Dienst an der Gesellschaft als nur Produktion von Grundnahrungsmitteln. Denn nachhaltig bewirtschaftete Böden, Weiden und Wiesen gehören zu den größten CO2-Speichern. Umweltschutz ist bereits unser Tagesgeschäft. Da müssen Anreize geschaffen werden, um noch mehr Betriebe zum Umdenken zu bewegen. Biodiversitätsmaßnahmen müssen noch spürbarer belohnt werden.

Aber Ökolandbau stärken allein, reicht nicht. Denn mit der Behauptung, jeder Kassenbon sei auch ein Wahlzettel, machen wir es uns zu leicht.

Wie kann man annehmen, es sei eine freie Entscheidung sich nachhaltig, gesund und regional zu ernähren, solange Biolebensmittel nicht für jeden Menschen erschwinglich sind? Da sehe ich auch die Politik in der Pflicht. Bio muss für den Verbraucher bezahlbar bleiben, bei fairen Löhnen für die Erzeuger.

 

AWO Bundesverband fordert: Die Bundesrepublik muss Vorreiterin beim Klimaschutz und Modell für eine sozial-ökologische Transformation werden

Die vor uns liegende Legislaturperiode wird maßgeblich darüber entscheiden, ob es Deutschland gelingt, seine Verpflichtungen im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit einzuhalten. Dafür muss die Bundesrepublik Vorreiterin beim Klimaschutz und Modell für eine sozial-ökologische Transformation werden. Hierfür brauchen wir eine mutige und visionäre Sozialpolitik, die Belastungen und Kosten gerecht verteilt und die Lebensrealitäten aller Menschen differenziert berücksichtigt. Der gemeinsamen Herausforderung und Verantwortung gerecht zu werden erfordert auch, sich auf europäischer Ebene aktiv für weitreichende Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz einzusetzen, die zu einer fairen Transformation beitragen und konkrete soziale Ziele beinhalten.

Eine wirksame und sozial gerechte Klimaschutzpolitik

Zur Erreichung der Klimaschutzziele sind auf allen Ebenen und Sektoren Veränderungen notwendig, die mutiges politisches Handeln erforderlich machen. Die Verabschiedung des Klimaschutzgesetzes durch die aktuelle Bundesregierung war hierfür ein wichtiger Meilenstein, dem in der kommenden Legislaturperiode weitere ambitionierte Maßnahmen folgen müssen. Dabei eingesetzte Instrumente wie der CO2-Preis dürfen jedoch nicht alleine stehen, sondern müssen von einer Sozialpolitik begleitet werden, die ökonomische Ungleichheiten in der Gesellschaft abbaut und Umverteilung wirksam organisiert.

Ein Grundrecht auf guten, bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum

Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Gebäudebestand großflächig saniert und noch vor 2050 klimaneutral werden. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass noch mehr Menschen aufgrund steigender Mieten aus Quartieren und Sozialräumen verdrängt werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich dieser Herausforderung mit hoher Priorität zu stellen und unter breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft eine übergreifende Strategie für eine sozialökologische Wohnungswende zu entwickeln, welche die soziale und die ökologische Perspektive systematisch integriert.

Neue Mobilität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen

Die AWO fordert ein Umdenken in der Verkehrspolitik, welche den barrierefreien Zugang zu Mobilität als Teil der Daseinsvorsorge flächendeckend sicherstellt und gleichzeitig eine Gefährdung von Lebensqualität oder Gesundheit der Menschen durch Verkehr und seine Auswirkungen ausschließt. Hierfür ist ein grundlegender Aus- und Umbau der Verkehrsinfrastruktur notwendig, der Verkehrsmittel und -infrastrukturen inklusiv und für alle erschwinglich macht.

Befähigung der Sozialen Arbeit zu Klimaneutralität und nachhaltigem Handeln

Aktivitäten zum Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind in der Regelfinanzierung Sozialer Arbeit bislang im Grunde nicht berücksichtigt. Hierdurch geht viel Potential für das Erreichen von Klima- und Nachhaltigkeitszielen verloren. Die AWO fordert daher die künftige Bundesregierung dazu auf, das Potential der Sozialen Arbeit für Klima- und Nachhaltigkeitsziele endlich zu heben und innerhalb der Einrichtungen und Diensten der Sozialen Arbeit eine kontinuierliche Befassung mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu ermöglichen.

Quelle: AWO Bundesverband - POSITIONEN DER ARBEITERWOHLFAHRT ZUR BUNDESTAGSWAHL 2021

 

Mehr zum Thema „Klimawandel sozial gestalten und nachhaltig handeln":

 

Weitere Positionen und Forderungen der AWO zur Bundestagswahl 2021: https://awo.org/bundestagswahl-2021

 

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