Mahn- und Protestveranstaltung am 09.10.2021

11.10.2021

Laut Polizei bis zu 500 Rechtsextremist*innen gedachten mit einem „Trauermarsch“ am Samstag, den 09.10.2021 in Dortmund des kürzlich verstorbenen Siegfried Borchardt. Antifaschistische Gruppen und Organisationen hatten den angekündigten Marsch als Instrumentalisierung wahrgenommen und zum Gegenprotest aufgerufen. So war der DORTMUNDER ARBEITSKREIS GEGEN RECHTSEXTREMISMUS, dem die AWO angehört, der Überzeugung, dass es zwar nicht darum gehen kann, das Andenken eines Verstorbenen zu schmähen oder zu verunglimpfen, was den Überzeugungen und dem Menschenbild des Arbeitskreises widerspricht. Er sah darin aber eine Provokation der demokratischen Stadtgesellschaft, wenn das Ableben eines überregional bekannten, bekennenden Nationalsozialisten, der sich selbst als „SA- Siggi“ bezeichnet hat, von der Nazi-Szene dazu genutzt wird, einen Marsch quer durch die Stadt zu veranstalten. Auch wenn dies als „Stilles Gedenken“ bezeichnet wurde, ist es nichts anderes als eine öffentliche Macht-Demonstration, die der Verherrlichung eines bekannten Rechtsextremisten und vielfach verurteilten Straftäters dient.

Mit dem Aufruf „Gedenkt der Opfer, nicht der Täter!“ Kein Naziaufmarsch in Dortmund zur Verherrlichung der Nazi-Ideologie. hatte der Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus daher zum Gedenken an die Opfer rechter Gewalt aufgerufen - seriösen Schätzungen zufolge nahezu 190 Menschen in Deutschland seit 1990. In Dortmund sind in diesem Zeitraum allein fünf Menschen getötet worden.

Viele AWO-Freund*innen folgten dem Aufruf und versammelten sich am Westentor.

Foto: Alex Völkel