Anja Butschkau: „Es darf uns nicht egal sein, was mit den Kolleginnen und Kollegen in der Pflege passiert“

24.03.2023

In Deutschland arbeiten fünf Millionen Menschen dann, wenn alle anderen schlafen. Ohne die Arbeit in der Nacht würde unser gesellschaftlicher Alltag nicht funktionieren. Sie fällt dort an, wo Menschen in Not sind, man sich um andere kümmert, die Produktion nicht stillstehen darf, Sicherheit organisiert oder für alle der Start in den weiteren Tag vorbereitet wird – auch bei uns in Dortmund. Um mehr über diese wertvolle Arbeit zu erfahren, hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Anja Butschkau im AWO Seniorenzentrum Eving einen Eindruck, darüber verschafft.

Die AWO-Vorsitzende und Abgeordnete begleitete die Altenpflegerinnen und Altenpfleger durch die Nachtschicht. „Ich bin noch ganz beeindruckt von den vielen Eindrücken und der großartigen Leistung der dort arbeitenden Kolleginnen und Kollegen. Trepp auf, Trepp ab ging es bei jedem Klingeln und auch vorher bei den Runden durch die Zimmer der Bewohner, um zu schauen, ob sie schon schliefen und ob alles okay war mit ihnen“, so Anja Butschkau.

Der Job fordere einem viel ab – körperlich, geistig und auch seelisch. Durch den Fachkräftemangel in der Branche stiegen die Belastungen. Anja Butschkau: „Mir ist erneut vor Augen geführt worden, dass es uns nicht egal sein darf, was mit den Kolleginnen und Kollegen in der Pflege und den alten Menschen, die in den Seniorenheimen leben, passiert. Dass wir uns für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege und für eine höhere Wertschätzung des dort tätigen Personals einsetzen müssen. Das bedeutet für mich neben der Entlastung jedes Einzelnen auch ein angemesseneres Gehalt.“

Generell stellt die Arbeit in der Nacht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor ganz spezielle Herausforderungen. Zum einen ist die Leistung bereits vollbracht, wenn alle anderen in der Bevölkerung mit ihrem Tag starten. Zum anderen bleibt nach der Nachtschicht am Tag wenig Zeit, um Schlaf nachzuholen, sich um die Familie zu kümmern oder das ganz normale Alltagsgeschäft unter einen Hut zu bekommen. Mangelnde Sichtbarkeit, fehlende Repräsentanz – so erhält die Nachtarbeit im gesellschaftlichen Miteinander nicht immer die Wertschätzung, die sie eigentlich verdient hätte.

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat deshalb zum 23. März einen „Tag der Nachtarbeit“ ausgerufen und dafür Betriebe in ganz NRW besucht. Anja Butschkau hat gerne mitgemacht: „Uns geht es jetzt darum, diese wichtige Arbeit in der Nacht einmal selbst zu erfahren und den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb zuzuhören, um auch damit neue Konzepte für die Arbeitswelt der Zukunft zu erarbeiten.“

Was unterscheidet Nachtarbeit von der am Tag? Was ist schön daran? Und was ist unfair und müsste sich ändern? Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ihre Ideen, Eindrücke und Antworten auf diese Fragen ab sofort online einreichen unter: www.nachtschicht.nrw.

 

Bildnachweis: Foto: Martin Schmitz.

Bild: Da ist Konzentration erforderlich: AWO-Mitarbeiterin Suzanne Scholz zeigt Praktikantin Anja Butschkau, wie die Medikamente für die Bewohner zugeteilt werden.

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