Nachbericht zur Lesung mit Wolfgang Benz: Die Zukunft der Erinnerung – Das deutsche Erbe und die kommende Generation

Am 3. September 2025 fand im Rahmen des Djelem Djelem Festivals in Dortmund eine eindrucksvolle Lesung mit dem renommierten Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz statt. Unter dem Titel „Die Zukunft der Erinnerung – Das deutsche Erbe und die kommende Generation“ sprach Benz über die Herausforderungen und Perspektiven der deutschen Erinnerungskultur – insbesondere im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen.

Ein besonderer Abend im Dortmunder Rathaus
Die Veranstaltung wurde von der AWO Integrationsagentur Dortmund in Kooperation mit der Auslandsgesellschaft und der Koordinierungsstelle Vielfalt, Toleranz und Demokratie organisiert und fand im würdevollen Ambiente des Dortmunder Rathauses statt. Durch den Abend führte Alex Völkel, Journalist und Chefredakteur von Nordstadtblogger, der mit gekonnter Moderation und gezielten Fragen zum Nachdenken anregte und das Publikum aktiv einband.

Erinnerung braucht Zukunft
Wolfgang Benz, eine der profiliertesten Stimmen in der deutschen Geschichtswissenschaft, machte deutlich: Erinnerung darf nicht zur bloßen Routine verkommen. Sie muss stets neu hinterfragt, weitergegeben und in aktuelle gesellschaftliche Kontexte eingebettet werden. Gerade in einer Zeit, in der die Stimmen der Zeitzeug*innen verstummen, liegt es an der jungen Generation, Verantwortung für das kollektive Gedächtnis zu übernehmen. Und dieses kollektive Gedächtnis müsse vor allem mit Fakten gespeist werden, denn Erinnerung brauche Wissen, so Benz.

„Erinnerung ist ein Auftrag an die Zukunft – nicht bloß ein Blick zurück“, betonte Benz
Es gehe nicht um das Verharren in Schuld, sondern um das Bewusstsein für historische Verantwortung – als Grundlage für ein demokratisches, menschenrechtsorientiertes Zusammenleben. Darum sei auch jeder und jede Deutsche, auch diejenigen, die die deutsche Staatsbürgerschaft erst kürzlich erworben hätten, in der Pflicht, sich der Erinnerung an den Holocaust zu stellen. Benz betont, dass dieses Erinnern eine Ewigkeitsaufgabe ist, da der zivilisatorische Bruch in der Menschheitsgeschichte einmalig ist.

Dialog im Zeichen der Vielfalt
Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit dem Publikum. Themen wie Antisemitismus, Rassismus, historische Bildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt wurden offen und kritisch beleuchtet. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der intergenerationelle und interkulturelle Dialog in einer diversen Gesellschaft ist – und dass Erinnerung nicht trennt, sondern verbinden kann.

Ein starkes Zeichen im Rahmen von Djelem Djelem
Mit der Lesung von Wolfgang Benz setzte das Djelem Djelem Festival ein starkes inhaltliches Zeichen. Als Festival der Roma-Kultur steht Djelem Djelem für Vielfalt, Teilhabe und das gemeinsame Erinnern – auch an die oft vergessenen Geschichten marginalisierter Gruppen.

Wir danken Prof. Dr. Wolfgang Benz, Alex Völkel, der AWO Integrationsagentur Dortmund, der Auslandsgesellschaft und der Koordinierungsstelle Vielfalt, Toleranz und Demokratie sowie allen Gästen für einen bewegenden und richtungsweisenden Abend.

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