Die Auswirkungen der Klimaerhitzung sind in Deutschland bereits deutlich spürbar: Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Sturzfluten treten häufiger, länger und intensiver auf. Soziale Einrichtungen sind davon besonders betroffen, da sie vulnerable Gruppen wie kranke, pflegebedürftige und ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Geflüchtete, wohnungslose Menschen sowie Menschen mit Behinderung betreuen.
Diese Personengruppen sind den Risiken der Klimaerhitzung in besonderem Maße ausgesetzt und benötigen gezielte Unterstützung. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) fördert daher soziale Einrichtungen bei der Anpassung an die Folgen der Klimaerhitzung. Die Förderrichtlinie Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen unterstützt Modellvorhaben im Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektor, insbesondere in besonders betroffenen Regionen („klimatische Hotspots“), um notwendige Anpassungsprozesse anzustoßen und umzusetzen.
Vor diesem Hintergrund kommt der AWO Dortmund eine besondere Rolle zu. Als großer Träger sozialer Dienstleistungen in der Region verantwortet die AWO Dortmund zahlreiche Einrichtungen für vulnerable Personengruppen, die von den Folgen der Klimaerhitzung besonders betroffen sind. Damit trägt sie eine hohe Verantwortung für den Schutz der betreuten Menschen und die Zukunftsfähigkeit sozialer Infrastrukturen.
Diese Verantwortung hat die AWO Dortmund frühzeitig aufgegriffen. Im Rahmen der Förderrichtlinie wurden bereits Klimaanpassungskonzepte erstellt, die standortbezogene Risiken analysieren und konkrete Maßnahmen benennen. Aufbauend darauf plant die AWO Dortmund nun die Umsetzung dieser Konzepte, um Einrichtungen klimaresilient weiterzuentwickeln und gesundheitliche Risiken für Betreute und Beschäftigte zu minimieren.
Titel:
Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes für den Standort Schultenhof der Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt Dortmund GmbH in Dortmund
Förderkennzeichen:
67APS1969
Laufzeit:
01.09.25 – 31.08.26
Förderprogramm:
Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen
Förderschwerpunkt:
Förderschwerpunkt 1: Erstellung von Konzepten zur nachhaltigen Anpassung an die Klimakrise
Das Klimaanpassungskonzept für den Schultenhof reagiert auf die zunehmenden Belastungen durch Hitze, Stauhitze und Starkregen, die insbesondere für Menschen mit Behinderung eine erhebliche Herausforderung darstellen. Ziel des Konzepts ist es, den Standort langfristig nutzbar zu halten und die Lebensqualität der betreuten Personen deutlich zu verbessern. Für viele Menschen mit Behinderung stellen die extremen Wetterlagen krankheitsbedingt eine zusätzliche Belastung dar, die im dicht bebauten Stadtbezirk durch den Effekt der städtischen Wärmeinsel weiter verstärkt wird. Um dem entgegenzuwirken, sind gezielte bauliche und gestalterische Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören insbesondere mechanische Beschattungssysteme wie Sonnensegel oder Pavillons, die es ermöglichen, Arbeiten und Aufenthalte im Freien auch bei hohen Temperaturen zu gestalten. Ebenso soll das Außengelände so optimiert werden, dass es ganzjährig nutzbar ist und sowohl Mitarbeitenden als auch Bewohnerinnen und Bewohnern attraktive, barrierefreie Aufenthalts- und Freizeitbereiche bietet. Der bislang durch Hitze und mangelnde Barrierefreiheit eingeschränkt nutzbare Garten soll durch neue Schattenflächen und bessere Zugänglichkeit aufgewertet werden. Darüber hinaus verfolgt das Konzept das Ziel, im Rahmen der sozialraumorientierten Eingliederungshilfe Begegnungsräume zu schaffen, die nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern des Schultenhofs, sondern auch den Anwohnerinnen und Anwohnern des Stadtteils offenstehen. So können langanhaltende Hitzeperioden gemeinschaftlich besser bewältigt werden. Insgesamt trägt das Klimaanpassungskonzept dazu bei, die Einrichtung an die spürbaren und zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen und ihre Nutzung nachhaltig sicherzustellen.
















Titel:
Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes für die Seniorenwohnstätte Eving der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Dortmund
Förderkennzeichen:
67APS1979
Laufzeit:
01.09.2025 – 31.08.2026
Förderprogramm:
Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen
Förderschwerpunkt:
Förderschwerpunkt 1: Erstellung von Konzepten zur nachhaltigen Anpassung an die Klimakrise
Die Seniorenwohnstätte im Dortmunder Stadtteil Eving wurde 1988 erbaut, umfasst zwei Vollgeschosse mit Unterkellerung und verfügt über eine Wohnfläche von rund 8.000 m². Die Heizungsanlage stammt aus dem Jahr 2005, während bislang nur Teilmodernisierungen erfolgt sind. Frühere Energieberichte bescheinigen dem Gebäude eine mittelmäßig schlechte Energieeffizienz, insbesondere in Bezug auf Fenster, Böden, Wände, Dach, Lüftung und Wärmeverteilung. Diese Schwachstellen führen zu erheblichen Belastungen für die Bewohnerinnen und Bewohner; fehlende Verschattung und unzureichende Dämmung verursachen im Sommer eine starke Überhitzungsgefahr, während Zugluft, Hitze- und Kältestrahlung durch undichte Türen und Fenster das Raumklima zusätzlich beeinträchtigen. Aufgrund der körperlichen Verfassung der Zielgruppe wirken sich diese Faktoren besonders nachteilig auf das Wohlbefinden aus. Die geplante Sanierung von Fenstern, Außentüren, Wänden und Dach soll den sommerlichen Hitzeschutz deutlich verbessern und zugleich Energieeinsparungen ermöglichen. Durch die Beseitigung von Undichtigkeiten werden Zugluft und Temperaturunterschiede reduziert, was den thermischen Komfort erheblich steigert. Darüber hinaus führt die Maßnahme zu einer spürbaren Verbesserung des Schallschutzes, wodurch der Lärm der angrenzenden stark befahrenen Straße gemindert wird. Verschattungselemente und eine angepasste Dämmung tragen dazu bei, sowohl Überhitzung im Sommer als auch Wärmeverluste im Winter zu vermeiden. Ergänzend ist die Erneuerung der Lüftungsanlage vorgesehen, um die Energieeffizienz weiter zu erhöhen und ein gesundes Raumklima zu gewährleisten.















